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BEHUTSAME BETONINSTANDSETZUNG

Im Jahr 2019 befasste sich das IFS im Rahmen zweier Projekte mit der Thematik behutsamer Betoninstandsetzung. Sie unterscheidet sich von konventioneller Betoninstandsetzung vor allem durch kleinteilige, optisch und technisch an den Bestandsbeton angepasste Reparaturen geschädigter Bereiche anstelle von großflächigem Rückarbeiten der Oberflächen, gefolgt von einem Auftrag monotoner Reparaturspachtelmassen und einer Beschichtung mit einem deckenden Oberflächenschutzsystem. Auf letzteres wird bei der behutsamen Betoninstandsetzung im Hinblick auf die Erhaltung der originalen Sichtbetonoberflächen verzichtet.

Diese alternative Herangehensweise an die Instandsetzung von Sichtbetonoberflächen bedarf einer wesentlich gründlicheren, bauteilbezogenen Voruntersuchung, um Ausmaß und Intensität der vorhandenen Schäden sowie das Schadenspotential für bislang nicht geschädigte Bereiche ermitteln zu können. Dieser Tatsache ist bereits bei der Planung und Ausschreibung der Voruntersuchungen Rechnung zu tragen. Als Beispiel für solch eine behutsame Betoninstandsetzung kann die von Otto Herbert Hajek 1972/73 gestaltete Fassade der Stadthalle Lahnstein genannt werden. Im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Forschungsprojektes („Modellhafte, denkmalgerechte Instandsetzung von Betonbauten am Beispiel der Stadthalle Lahnstein“) konnten vertiefte Voruntersuchungen und darauf basierend eine Instandsetzungsmaßnahme durchgeführt werden, bei der ca. 1000 kleine Reparaturstellen vierungsmäßig ausgearbeitet und mit farblich und technisch angepasstem Instandsetzungsbeton geschlossen wurden. Die Ergebnisse dieses Projektes sind im IFS-Bericht Nr. 56 publiziert.

In die gleiche Richtung zielt das Projekt BIRDS („Entwicklung eines Baukastensystems für Instandsetzungsmörtel und -betone zur Reparatur von denkmalgeschützten Sichtbetonbauwerken“), in dem die Hochschule RheinMain in Wiesbaden in Kooperation mit einem Industriepartner und dem IFS Instandsetzungsmörtel und –betone entwickelt, die zum einen auf verschiedene, den Bestandsbetonen besser angepasste Festigkeitsniveaus eingestellt sind und andererseits je nach eingesetzter Zementart unterschiedliche Grundfarbigkeiten ermöglichen. Da die Grundrezepturen des Baukastensystems technisch geprüft sind, erlauben sie einfache Anpassungen an objektspezifische Anforderungen. Die Ergebnisse wurden auf einer Fachtagung in Esslingen präsentiert und publiziert (Bundschuh et al., 2019, siehe ALLGEMEINE PUBLIKATIONEN). Am Glockenturm der kath. Kirche St. Martin in Idstein (erbaut 1965) konnte das System 2019 erstmals eingesetzt werden.

  

 
  Lahnstein, Stadthalle, Fassade zum Salhofplatz Reparaturstellen im weißen Sichtbeton


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